Aufgrund der großen Bedeutung der persönlichen Mobilität für verschiedene medizinische Fragestellungen hat das OFFIS im Jahr 2012 ein eigenes Labor zu dem Forschungsschwerpunkt „Technische Assistenz im Bereich der Mobilität“ eingerichtet.

Im Mobilitäts-Labor werden auf x m² technische Assistenzsysteme für die Bewertung, Prävention und Rehabilitation von persönlicher Mobilität erforscht, mit medizinischem Personal erprobt und der Öffentlichkeit präsentiert. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der technischen Unterstützung klinischer Prozesse und auf der Erforschung des Transfers dieser Prozesse in häusliche Umgebungen.

Der Erhalt oder die Wiederherstellung der persönlichen Mobilität eines Patienten stellt in vielen Bereichen der Medizin ein zentrales Behandlungsziel dar. Veränderungen in der Mobilität eines Menschen hängen zudem oftmals mit Veränderungen des Gesundheitszustands zusammen, weshalb die Bewertung der Mobilität auch ein diagnostisches Werkzeug sein kann. Persönliche Mobilität umfasst dabei im Wesentlichen die Fähigkeit mit oder ohne Hilfsmittel von einem zu einem anderen Punkt zu laufen, sowie die Möglichkeit, Körperpositionen einzunehmen und aufrecht zu erhalten.

Die Bewertung der Mobilität eines Menschen geschieht in der medizinischen Praxis heute entweder durch eine visuelle Ganganalyse durch einen Experten, mit Hilfe aufwändiger technischer Verfahren in Ganglaboren oder mit Hilfe sogenannter Assessment Tests. Während die ersten beiden Alternativen meist nur in hochspezialisierten Einrichten verfügbar sind, finden Assessment Tests in verschiedenen medizinischen Teildisziplinen, wie auch der Geriatrie, Anwendung. Assessment-Tests werden heute noch weitestgehend ohne technische Unterstützung durchgeführt. Dieses Vorgehen ist aufgrund manueller Ausführung und Dokumentation oftmals zeitaufwändig und fehlerbehaftet. Die Erlangung der Testergebnisse ist stellenweise subjektiv und abhängig von den individuellen Fähigkeiten und Reaktionszeiten des Testers. Im Mobilitäts-Labor präsentiert das OFFIS zu diesem Thema die Ergebnisse des aTUG-Projektes, in welchem ein technisches Assistenzsystem für die Durchführung etablierter Assessment-Tests in klinischen und häuslichen Umgebungen entwickelt wurde. Das Verfahren wird am Beispiel des Timed Up&Go Tests demonstriert.

Sobald der aktuelle Mobilitäts-Zustand eines Patienten erfasst wurde, können in der Klinik geeignete Maßnahmen zur Rehabilitation eingeleitet werden. Eine eingeleitete Rehabilitation ist jedoch oftmals bei Verlassen des Krankenhauses noch nicht vollständig abgeschlossen oder der Patienten würde von einem fortgesetzten Training maßgeblich profitieren. Bislang ist Dies aufgrund fehlender Zugriffsmöglichkeiten des medizinischen Personals auf den Patienten in seiner häuslichen Umgebung oftmals nicht möglich. Zum Thema der häuslichen Rehabilitation von Herzsport-Patienten hat das OFFIS daher im Rahmen des OSAMI-Projektes einen technischen Ansatz zum Durchführung eines betreuten Trainings entwickelt und präsentiert das technische System im Mobilitäts-Labor.


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