Kliniken nutzen eine Vielzahl vernetzter technischer Systeme zur Erstellung von Diagnosen und zur Behandlung der Patienten. Insbesondere in der Chirurgie unterstützen vermehrt Navigationssysteme den behandelnden Arzt bei der Führung der Instrumente während einer Operation, welche oftmals vorab auf Grundlage der Daten bildgebender Systeme geplant wurde.   

Zur Demonstration seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich der klinischen Assistenzsysteme und des standardisierten Datenaustauschs klinischer Systeme hat das OFFIS im Jahr 2012 ein Klinik-Labor eingerichtet.

Bilddaten eines Patienten, aufgenommen beispielsweise im Rahmen einer Magnetresonanztomographie (MRT), sind die Grundlage vieler Diagnosen und werden bei der Planung aufwändiger Operationen häufig heran gezogen. Nach der Aufnahme der Bilddaten müssen diese zur Anzeige und weiteren Auswertung oftmals zu anderen technischen (Assistenz-)Systemen übertragen werden. Damit diese Übertragung zwischen allen technischen Systemen in einer Klinik funktionieren kann, muss ein standardisiertes Datenformat verwendet werden. Im Bereich von Bildmaterial hat sich der Digital Imaging and Communications in Medicine (DICOM) Standard etabliert, welcher zur digitalen Archivierung von Bildern (PACS) und der elektronischen Bildverteilung herangezogen wird. OFFIS lieferte weltweit prototypische Implementierungen von DICOM-Diensten und anderen Funktionalitäten im DICOM-Umfeld ebenso wie die Produktion und Evaluation von DICOM-konformen Bild-CDs. OFFIS ist Urheber des DICOM Toolkits DCMTK. DCMTK ist eine Sammlung von Bibliotheken und Anwendungen, die zusammen große Teile des DICOM-Standards implementieren. DCMTK enthält Anwendungen zum Untersuchen, Erzeugen und Konvertieren von DICOM-Bilddateien, zum Bearbeiten von Speichermedien, zum Versenden und Empfangen von DICOM-Bildern in einem Netzwerk sowie Beispiel-Server für die DICOM-Bildarchivdienste und "Modality Worklist". DCMTK ist in einem Gemisch aus ANSI C und C++ implementiert und wird als "Open Source"-Software im Quelltext zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen findet man unter  http://dicom.offis.de/index.php.de

Chirurgische Eingriffe insbesondere in tiefem oder empfindlichem Gewebe mit einer Vielzahl an Nervenzellen verlangen dem Operateur eine Präzision bei der Führung der chirurgischen Instrumente ab, welche sie oder ihn oftmals an die Grenzen der menschlichen Fähigkeiten führen. Technische Assistenzsysteme im Bereich der Chirurgie können den Operateur bei der Führung der Instrumente unterstützten und die Präzision einer Prozedur deutlich verbessern. Verschiedene chirurgische Eingriffe sind erst durch den Einsatz technischer Assistenzsysteme möglich. In der Regel erlauben solche technischen Systeme dem Operateur die Planung beispielsweis seiner Schnittführung auf Basis  vorab aufgenommener DICOM-Bilddaten und prüfen während einer laufenden Operation die Einhaltung der Vorgaben bzw. unterstützen den Operateur bei dieser. Im Klinik-Labor präsentiert das OFFIS zum Thema der assistierten Navigation in der Neurochirurgie die Ergebnisse des Projektes „Mikroskopintegrierte Navigation für die Neurochirurgie“ (MINA).

Das u.a. am OFFIS entwickelte System besteht aus einem optisches Positionsmesssystem, einem Operationsmikroskop und zugehöriger Navigationssoftware und bietet im Vergleich zu anderen Systemen einen erheblichen Platz-, Positionierung- und Kostenvorteil.


Projekte:

Mina